Umfrage: Mehrheit setzt auf digitale Technologien

Münsterland – Wie weit die digitale Transformation bei den kleinen und mittleren Unternehmen im Münsterland vorangeschritten ist, haben jetzt die Projektpartner von DigiTrans@KMU in einer Umfrage ermittelt. Demnach sind innovative digitale Technologien in der Region keine Zukunftsmusik. 31 Prozent der Befragten gaben an, dass das eigene Unternehmen bereits mit Internet of Things (IoT)-Technologien – also mit der Vernetzung von intelligenten Objekten – arbeitet. Bei Robotik sind es 30 Prozent. 19 Prozent teilten mit, dass der Einsatz von künstlicher Intelligenz für die Zukunft geplant sei.

Stellen die Ergebnisse der Umfrage vor: Professor Dr. Carsten Feldmann vom IPD (links) und Projektleiter David Sossna vom Projekt DigiTrans@KMU.
FH Münster/Katharina Kipp

An der Online-Umfrage haben 115 Unternehmen teilgenommen. Sie ist Teil des Projekts DigiTrans@KMU, das Handlungsempfehlungen erarbeiten und die digitale Transformation im Münsterland gemeinsam mit den Unternehmen vorantreiben soll. DigiTrans@KMU wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert. Es läuft seit Oktober 2019 und geht noch bis September 2022. Anhand der Befragung wollten die Projektpartner – das Institut für Prozessmanagement und Digitale Transformation (IDP) der FH Münster, der münsterLand.digital e.V. und die Wirtschaftsförderungen der Kreise Borken, Coesfeld, Steinfurt und Warendorf – nun ein erstes Stimmungsbild zur Digitalisierung in der Region bekommen.

Die Online-Umfrage fiel ungeplant in die Hochphase der Maßnahmen zur Einschränkung der Corona-Pandemie. „Das kann einen Einfluss auf das Stimmungsbild gehabt haben“, räumt Projektleiter David Sossna ein. „Durch Corona bekommt das Thema Digitalisierung in den Unternehmen mehr Aufmerksamkeit.“ Dabei gehe es nicht nur um den Einsatz von Technologien, die das Arbeiten im Homeoffice ermöglichen, sondern auch um innovative digitale Technologien wie Augmented Reality-Brillen.

84 Prozent gaben an, dass das eigene Unternehmen gegenüber der Digitalisierung grundsätzlich sehr offen eingestellt ist. Auch operativ ist das Thema in den Betrieben angekommen. „49 Prozent übermittelten uns, dass das eigene Unternehmen bereits eine Digitalisierungsstrategie hat. Mit digitalen Geschäftsmodellen befassen sich nach eigener Einschätzung die Unternehmen von 50 Prozent der Befragten in ausreichendem Maße“, erläutert Sossna.

Was aber bringt die digitale Transformation in den Unternehmen voran? „Wichtige Faktoren sind laut Einschätzung der Befragungsteilnehmer vor allem die Ausweitung der fachlichen Kompetenz sowie personelle und finanzielle Ressourcen“, erklärt Professor Dr. Carsten Feldmann, wissenschaftlicher Leiter von DigiTrans@KMU sowie Mitglied des IPD. Der überwiegende Teil der Befragten sehe für sich einen Mehrwert in Workshops und wünsche sich Austauschmöglichkeiten mit Gleichgesinnten. „Genau da setzen wir jetzt an“, betont Feldmann. Ziel sei es, Formate anzubieten, die Austausch und Vernetzung ermöglichen, Inspiration geben und in denen die Unternehmen passende Werkzeuge für eigene digitale Geschäftsmodelle entwickeln.

Voraussichtlich im Herbst 2020 starten die ersten Angebote – online sowie in den smart.labs der FH Münster, im Digital Hub münsterLand oder bei den Unternehmen direkt vor Ort. Eines ist aber bereits jetzt schon abrufbar: Das Digitalradar münsterLand, eine Vernetzungsplattform für digitale Geschäftsmodelle und Digitalisierungsstrategien in der Region. „Dort berichten Unternehmensvertreter über innovative Technologien und Einsatzmöglichkeiten im verarbeitenden Gewerbe. Außerdem ist auf der Seite der Bericht unserer Online-Umfrage abrufbar, und es gibt Infos zu unserer LinkedIn-Gruppe, der Engagierte und Neugierige aus dem verarbeitenden Gewerbe gern beitreten können“, erklärt Sossna.

Donnerstag, 2. Juli 2020