April 6, 2020

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Entkoffeinierten Kaffee gibt’s jetzt auch für Bio-Fans

Münster/Steinfurt – Ein Verfahren für die ökologische Herstellung von entkoffeiniertem Kaffee hat Jana Köster, wissenschaftliche Mitarbeiterin der FH Münster, kürzlich neu entwickelt.

Jana Köster bereitet die Proben mit dem Bohnenwasser für die Analyse vor und überprüft so, wie viel Koffein sich aus den Bohnen gelöst hat.
Foto/Quelle: FH Münster/Theresa Gerks

„Vorher hatte ich mit Kaffee überhaupt nichts am Hut“, erläutert die wissenschaftliche Mitarbeiterin ehrlich und muss fast ein bisschen über sich selbst lachen, wenn sie heute wie selbstverständlich über Arabica, Robusta und ungeröstete, rohe, grüne Kaffeebohnen spricht. Aber eine Expertin für Kaffee muss sie auch nicht sein, denn für sie als Chemieingenieurin ist viel mehr ihr Wissen über Verfahrenstechnik gefragt. „Ich habe viele Experimente im Labor gemacht, um die bekannten Eckpunkte umzusetzen und darauf aufbauend das Verfahren zu entwickeln“, erklärt die 27-Jährige. „Denn bislang wird das Koffein vor allem mit organischen Lösungsmitteln wie Dichlormethan oder Ethylacetat aus den grünen Kaffeebohnen herausgeholt. Diese Art ist deshalb gerade bei Bio-Fans aber nicht die erste Wahl.“ 


Kösters Forschungsauftrag lautete deshalb: Ein Verfahren entwickeln, mit dem sich Kaffeebohnen ökologisch und Bio-Label-konform entkoffeinieren lassen. Und das sieht so aus: Sie pumpt heißes Wasser, zwischen 70 und 80 Grad Celsius, im Kreislauf über die Bohnen. Das spült das Koffein und die Aromen aus den Bohnen. „Im Prinzip funktioniert Kaffeekochen genauso“, erklärt die wissenschaftliche Mitarbeiterin. Dem Kaffeebohnenwasser fügt sie einen Feststoff, ein Adsorptionsmittel, hinzu, an dem hauptsächlich das Koffein hängen bleibt. Alle anderen Stoffe bleiben im Wasser, das die Bohne schlussendlich wieder aufsaugt und aufnimmt. Fertig ist die entkoffeinierte Bohne, bereit zur Röstung.


„Dieses Verfahren ist einen Schritt weitergedacht, sonst funktioniert Entkoffeinierung häufig selektiv“, erläutert Professor Doktor Andreas Wäsche vom Fachbereich Chemieingenieurwesen, der Köster gemeinsam mit Professor Doktor Volkmar Jordan in der zweijährigen Projektarbeit betreut hat. „Es ist erstaunlich, dass es so gut funktioniert.“ Und dass es auch industriell klappt, daran arbeitet Köster jetzt: Aktuell hat sie als Projektingenieurin beim Kooperationspartner der FH Münster angefangen und errichtet dort die Anlage, mit der die Kaffeebohnen nach ihrem selbst entwickelten Verfahren ökologisch entkoffeiniert werden.
 

Mittwoch, 15. Januar 2020
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